Ursula Schmitz              
Praxis für seelische Gesundheit  

EMDR - Traumatherapie 

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf deutsch formuliert: Desensibilisierung und Wiederverarbeitung durch Augenbewegung. 

Wir gehen von der Grundannahme aus, dass Körper, Geist und Seele eine untrennbare Einheit bilden. Wenn ein Anteil dieser Einheit nachhaltig verletzt oder schockiert ist, erkrankt der Mensch. Häufig handelt es sich hierbei um Erlebnisse, die vom «inneren Kind» als Schock oder Trauma erlebt wurden.

Aus der Traumaforschung wissen wir, dass bei einem Schock, einer Verletzung oder einem belastenden Ereignis Teile unserer Lebensenergie zu unserem Schutz weggehen (Dissoziation). Die Griechen nannten diese Lebensenergie Psyche = Seele. Ziel unserer ganzheitlichen Psycho-Therapie ist es unter anderem, unsere weggegangenen «Seelenanteile» wieder zu integrieren und die Dissoziation aufzuheben. Über diese Vorgehensweise kann der Mensch zu seiner Ganzheit und seiner Lebenskraft zurückfinden.  

Was ist EMDR?

EMDR ist eine Psychotherapiemethode, die ihren Ursprung in der Psychotraumatherapie hat. Francine Shapiro entwickelte diese Therapiemethode zwischen 1989-91 ursprünglich zur Behandlung von Traumafolgestörungen von Kriegsveteranen und misshandelten Frauen in den USA (Kalifornien). Seit den 90er Jahren ist viel geschehen und EMDR ist ein wissenschaftlich gut erforschtes, anerkanntes und als effektiv erwiesenes therapeutisches Verfahren. Es wird inzwischen erfolgreich zur Behandlung von psychischen Traumata aller Art, aber auch anderen Störungen und Zuständen welches auf ein belastendes Erlebnis zurückgehen eingesetzt. EMDR basiert darauf, dass jeder Mensch über eine natürliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung verfügt, mittels derer er belastende Erfahrungen verarbeiten kann.

 Anwendung von EMDR

Viele haben in ihrer Kindheit und auch als Erwachsener traumatische Erfahrungen ge­macht, für deren Verarbeitung sich die Techniken des EMDR hervorragend eignen (Verlust, Vernachlässigung, Gewaltanwendung, Missbrauch, etc.). Wenn wir beispielsweise während des therapeutischen Prozess danach fragen, welche Emotionen und Körperempfindungen ein inneres Kind in einer belastenden Situation hatte und welche irrationalen Gedanken (auf die Jetzt-Situation nicht mehr passend) und Glaubenssätze noch bis in die Gegenwart weiter wirken, wie «Ich bin ohnmächtig», «Ich darf mich nicht wehren» oder «Ich bin völlig hilflos», gehört das zum Standard des EMDR und stellt den Leitfaden dar für den weiteren Prozess. 

Dabei sind das zentrales Element der EMDR-Therapie die geleiteten Augenbewegungen – auch bilaterale Stimulation genannt: Die Patientin oder der Patient folgt den Fingern der Therapeutin / des Therapeuten mit seinen Augen, während dieser seine Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Durch Links-Rechts-Augen­Bewegungen oder ein abwech­seln­des Klopfen auf die Hände oder Knie des Klienten - das sogenannte Tipping - kommt es im Gehirn zu einer Neuvernetzung von Gefühlen, Gedanken und inneren Bildern. Dies hilft dabei, dass das belasten­de Ereignis dorthin geht, wo es hingehört: in die Vergangenheit. Anders gesagt: Man «verarbeitet» das Trauma und die dazugehörigen Erlebnisse und bewertet sie neu. 

Bei einer Postraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wird ein stark belastendes, traumatisches Erlebnis (Trennung, Trauma, Unfall, etc.) durch sogenannte «Trigger» (Auslöser) im Alltag - oft unbemerkt - immer wieder neu erlebt. Durch die EMDR-Methode verändert sich das emotionale Erleben und die Sichtweise auf die Situation.

Therapieziel

Zu Beginn einer EMDR-Behandlung werden das Trauma und die mit ihm verbundenen Symptome genau analysiert. Dazu wird zuerst ein sicherer Behandlungsrahmen geschaffen, dann können sich traumatisierte Menschen in die Situation zurückbegeben, in der ihr Trauma entstanden ist. Dabei arbeiten wir nicht mit der erwachsenen Person, sondern mit einem «inneren Kind» des Menschen, der das Trauma erlebt hat. Im Verlauf der therapeutischen Sitzung verblassen die Erinnerungen immer mehr, bis sie schließlich vollkommen aufgelöst sind. Auf diese Weise können die Betroffenen lernen, mit ihren traumatischen Erinnerungen und Gedanken besser umzugehen und gleichzeitig eine angemessenere Perspektive auf das Geschehen zu entwickeln. 

Voraussetzungen für eine EMDR-Therapie

Da das EMDR während der Sitzung eine aktive Auseinandersetzung mit dem Trauma verlangt, ist es wichtig, dass sich der Klient zum Zeitpunkt der Therapie psychisch und physisch in einem Gesundheitszustand befinden, der die Verarbeitung des Traumas erlaubt. Nur wenn man körperlich und geistig belastbar ist, kann EMDR für den Klienten erfolgreich sein.

Lassen Sie uns einem Erstgespräch feststellen, ob diese Therapieform die für Sie Richtige ist. 


E-Mail
Anruf
Karte